Ökologie und Landwirtschaft

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Zukunft durch nachhaltige Landwirtschaft

Für Kleinbauern des Tieflands im südöstlichen Zimbabwe ist der Waldgarten in Chaseyama ein Leuchtturm des ökologischen Wissens und der Würde. Er weist einen Weg aus Umweltzerstörung und Nahrungsunsicherheit.

Aktuell

Ab Ende September 2017 ist eine Freiwillige von fepa, Brigitt Baumgartner, im Einsatz bei unserer Partnerorganisation Poret: Sie stärkt die Elternarbeit im Kindergarten und arbeitet mit den KleinbäuerInnen zusammen.

Ökologische Landwirtschaft im Tiefland von Chaseyama

Fragen der Nahrungsmittelsicherheit, der Ökologie und der Stärkung kleinbäuerlicher Strukturen prägen die Entwicklungsperspektiven des ländlichen Raums – auch in Zimbabwe.  Die anhaltend schlechte Wirtschaftssituation schwächt dort den Zugang von Bauern zu Produktionsmitteln in besonderem Mass. Aktuell leiden besonders die naturräumlich benachteiligten Landwirtschaftszonen Zimbabwes unter einer massiven Trockenheit. Zu diesen gehört auch das aride Tiefland im Südosten, in dem dieses Projekt angesiedelt ist.

Dort schafft das Projekt „Waldgarten“ einen Nukleus des Lernens, des Wissens- und Technikaustausches und eine verbesserte Praxis nachhaltigen Landwirtschaftens in den trockenen und von ökologischer Degradation betroffenen Gebieten: Basierend auf einem neu zu gestaltenden „Waldgarten“ nach Prinzipien der Permakultur wird ein an örtliche ökologische und kulturelle Faktoren angepasster Umgang mit natürlichen Grundlagen für die Produktion von Nahrungsmitteln gefördert. Der Waldgarten erfüllt mehrere wichtige Aufgaben. So werden Nahrungsmittel auf mehreren Ebenen angebaut  wofür Bäume gepflanzt anstatt abgeholzt werden. Die Bäume wirken der Erosion des so wichtigen fruchtbaren Oberbodens entgegen. Zudem helfen sie, das Wasser in den Boden zu leiten und es dort zu speichern, was angesichts immer längerer Trockenzeiten von grosser Bedeutung ist.

Das Projekt bringt innerhalb des Netzwerkes eine neue und lokal verankerte Plattform für Wissensaustausch hervor und regt einen Denkprozess über nachhaltige Produktionsformen im trockenen Tiefland an. Dabei wird dem sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen ebenso Rechnung getragen, wie dem Erhalt lokalen Wissens um angepasstes Saatgut und Nutzpflanzen. Die Pflege der Gemeinschaft ist integraler Teil dieses Ansatzes. Der Waldgarten wird auch zur Nahrungsmittelquelle für die Kinder im Vorschulalter der BewohnerInnen von Chaseyama.  Mit all diesen Aktivitäten trägt das Projekt zur Schaffung einer zukunftsfähigen Entwicklung in einer ökologisch fragilen und von sozialen Konflikten durchzogenen Region bei.

Der Erfolg des Projekts misst sich nicht zuletzt an seiner Ausstrahlung: Viele BäuerInnen, beteiligen sich, setzen Ideen zur ökologischen Landwirtschaft um und verbessern so aktiv ihre Ernährungssituation.

Die Projektbeteiligten in Zimbabwe haben bereits bewiesen, dass dies funktioniert. Im Südosten Zimbabwes entstand in den letzten 20 Jahren eines der global erfolgreichsten Permakulturprojekte. In Chaseyama baut eine lokale Gruppe von Aktiven rund um Julious Piti, einer zentralen Figur der Permakulturbewegung, auf diesem Wissen und sozialen Erfahrung auf und adaptiert die Ansätze nachhaltigen Landwirtschaftens für die  zunehmend wasserarmen Gebiete dieser Region. Dabei wird auch auf Erfahrungen und Wissen der BäuerInnen vor Ort gesetzt.

Mit seinen konkreten Aktivitäten legt das Projekt ein Fundament für einen langfristigen Beitrag von PORET zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region. Im Rahmen des Projektes wird in Selbsthilfe eine Art ökologische Musterfarm angelegt und dazu die notwendigen Infrastrukturmassnahmen umgesetzt. Aufbauend darauf wird ein Programm von Workshops mit Ausbildungscharakter und mobilen Beratungen durchgeführt. Durch die Erträge des Waldgartens werden zudem ca. 40 Kinder im angegliederten Kindergarten mit gesunden Malzeiten versorgt.

PORET ist bereits gut vernetzt und diversen nationalen und regionalen Dachorganisation und Netz-werken angeschlossen. Nicht zuletzt ist PORET Teil der «Seeds and Knowledge Initiative» im südli-chen Afrika, die hauptsächlich von der Schweizerischen DEZA gefördert wird.  Von diesem Netzwerk können die Bauern im Tiefland profitieren, sofern dazu anschauliche Beispiele und Orte des Austauschs vorhanden sind. Allerdings geht der Ansatz des Waldgartens über einen engeren Saatgut-Ansatz hinaus und fördert die gesamte Produktionskette der Nutzpflanzen. Ein mit Mitteln des deutschen Weltfriedensdienstes gefördertes Projekt greift ähnliche Themen in den Tieflagen der Provinz Manicaland mit Fokus auf die Tierhaltung bereits auf und ist auch mit PORET in Austausch.

fepa Partnerorganisation PORET
Ort Chaseyama, Zimbabwe
Zielgruppe Kleinbauern im ariden Tiefland von Chaseyama
Projektkosten 2016-2018 CHF 110’000

Weiterführende Informationen

Einleitungstext Ein Leuchtturm der nachhaltigen Landwirtschaft

PORET: „Like Bees we Shall Work“ Newsletter1 (January 2017)

PORET: „Field Day is not a Feeding Day“ Newsletter3 (March 2017)

Im Mitteilungsblatt Oktober 2017 werden zwei Porträts von KleinbäuerInnen vorgestellt. Hier finden Sie die zwei ausführlichen englischen Originalporträts

Homepage unserer Partnerorganisation PORET