Generationen von Frauen

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Generationen von Frauen

Frauen verschiedener Altersgruppe haben verschiedene Stellungen in ihren Gesellschaften. Was bedeutet das für Mädchen und junge Frauen?

Geschlechterverhältnisse weitergegeben: junge Menschen werden in ihre Gesellschaften sozialisiert und lernen so auch Geschlechterrollen und Ideale. Doch in welcher Weise werden Geschlechterverhältnisse weitergegeben?

Dieser Beitrag wir noch etwas länger in unserer Werkstatt sein. Wir arbeiten dafür Fachliteratur auf, die sich nicht nur mit Geschlechterfragen, sondern zum Beispiel auch mit dem (historischen) Kontext, mit Jugendkultur und mit kulturellen Institution des Lernens beschäftigt. Wenn Sie etwas dazu beitragen möchten, freuen wir uns über ihre Kontaktaufnahme via marcel.dreier@fepafrika.ch

This article will be longer in the making. As part of fepa’s research effort, we are approaching the subject from an engaged academia angle, and will present material form gender studies, from research on youth culture  and on institutions of learning and knowledge transfer in southern Africa. If you want to contribute please contact marcel.dreier@fepafrika.ch

 

 

Frauen, Gewalt und Frieden

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Frauen, Gewalt und Frieden

Simbabwe ist ein fragiler Staat, dessen EinwohnerInnen viel Gewalt als Teil politischer Konflikte erlebt haben. Seit 2000 wurden engagierte Frauen und ganze Gruppen von Frauen, z.B. städtische Markthändlerinnen, wiederholt zur Zielscheibe geschlechtsbezogener und sexueller Gewalt.

Auch im Alltag ist geschlechtsbezogene Gewalt ein grosses Problem, wie unsere Projektpartnerinnen berichten.

Frauen, egal ob in Simbabwe oder der Schweiz, müssen also vor Gewalt in Beziehungen besser geschützt werden.

Frauen sind auch Täterinnen. Und Frauen sind zentrale Pfeiler für die Friedenspolitik. Ihr Einsatz für gewaltfreie Konfliktlösung ist nicht nur wichtig – er kann auch gefördert werden.

Aktuell

Am 14. Mai 2020 sind drei junge Politikerinnen entführt und gefoltert worden. Die profilierte und vielfach ausgezeichnete Menschenrechtsanwältin Beatrice Mtetwa sagt es in einem Brief an den Präsidenten Simbabwes deutlich: es handelt sich um ein Verbrechen, dass gegen Frauen ausgeübt wurde, weil sie sich als Frauen in die nationale Politik einmischten.

Simbabwes fortschrittliche Verfassung als Grundlage für Verbesserungen

In Simbabwe existiert seit 2013 eine Verfassung, welche die Gleichstellung der Geschlechter als ein Grundprinzip der Nation festhält. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, bis die bestehenden Gesetze mit der Verfassung in Einklang sind und umgesetzt werden. Das Engagement vieler Organisationen und Gruppen für Menschenrechte und insbesondere für Frauenrechte ist deshalb zentral für den Aufbau einer gleichberechtigten und friedlichen Gesellschaft. fepa hat PartnerInnen in Simbabwe, die Frauen beraten, fördern und vernetzen.

Realität heute

Gewalt an Frauen ist verbreitet in Simbabwe. Das Ausmass festzustellen ist schwierig. Frauen haben viele Gründe, die Täter nicht anzuzeigen. Die Polizei bleibt meist untätig, viele Frauen kennen ihre gesetzlich festgeschriebenen Rechte nicht, sie werden auch mit unsensiblen, anklagenden Fragen gequält oder sogar tätlichen Angriffen ausgesetzt.

Auch die Tatsache, dass die Gesundheitsdienste und die Polizei nicht systematisch Daten zur Gewalt an Frauen erheben, erschwert es, das Ausmass von Gewaltakten festzustellen.

Hier ein paar Zahlen aus Umfragen und wissenschaftlichen Studien:

* Fast die Hälfte aller Frauen hat körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Eine von drei Frauen erleidet sexuelle Gewalt bevor sie 18 Jahre alt ist.

* 43 Prozent der Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren gaben an, dass sie zum ersten Geschlechtsverkehr gezwungen wurden.

* Simbabwe hat eine der weltweit höchsten Raten von Ehen minderjähriger Mädchen: Drei Jahre nachdem Simbabwes Verfassungsgericht  Kinderehen als verfassungswidrig erklärte und ein Mindestalter von 18 Jahren festsetzte, hat die Regierung noch keine Strukturen geschaffen, um dieses Gerichtsurteil umzusetzen.

* 6.6 Prozent der Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sind HIV-positiv. In Afrika südlich der Sahara ist geschlechtsbasierte Gewalt hauptverantwortlich für HIV und AIDS Infektionen von Frauen. Männer haben oft aussereheliche Sexualbeziehungen und ihre Frauen haben nicht die Macht, den Gebrauch von Kondomen durchzusetzen. So leben sie in ständiger Angst vor einer Ansteckung.

Ursachen

Die Hauptursache für die geschlechterbasierte Gewalt liegt im Machtgefälle zwischen Männern und Frauen. Frauen sind in vielen Bereichen benachteiligt: Landbesitz, Bildung, Erbrecht usw.

* Es herrscht eine Kultur des Schweigens unter den Frauen. 34.7 Prozent der befragten Frauen gaben an, niemandem erzählt zu haben, dass sie missbraucht werden. Gewalt an Frauen wird als ein Familienproblem angesehen und politische Massnahmen werden daher nicht ergriffen. (Zimbabwe Health and Demographic Survey of 2005-2006).

* Frauen, die kein eigenes Einkommen haben, sind am häufigsten körperlicher Gewalt ausgesetzt, da sie zu 100 Prozent von ihren Ehemännern abhängen. Eine solche Frau sagt von sich: «Ich wünschte so sehr, dass ich eine Arbeit hätte. Mein Mann schlägt mich immer mit geballten Fäusten, wenn ich ihm sage, dass wir nichts mehr zu essen haben am Ende des Monats. Ich kann ihn nicht einmal bei der Polizei anzeigen, denn das würde meine Lage nur verschlimmern. Wenn er eingesperrt wäre, könnte ich gar nicht mehr für meine Kinder sorgen..» (Gender Based Violence and its Effects on Women’s Reproductive Health: The Case of Hatcliffe, Harare, Zimbabwe).

* Daten aus Simbabwe zeigen, dass Gewalt von Intimpartnern am häufigsten an Frauen zwischen 15 und 49 Jahren verübt wird. Diese Frauen haben Kinder zu versorgen und sind abhängig von ihren Partnern. 35 Prozent dieser Altersgruppe hat körperliche Gewalt erlitten. Jede dritte Frau erleidet emotionale Gewalt von ihrem Ehemann.

* Der Bildungsstand einer Frau ist entscheidend. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde ermittelt, dass 77 Prozent der Frauen, die körperliche Gewalt erlitten, nur Grundschulbildung hatten, 20 Prozent hatten einen sekundären und 3 Prozent tertiären Bildungsabschluss.

* fepa-Projektpartner PYDC Gender trifft einen Kern der Sache mit der Forderung «Give us books, not husbands» (gebt uns Bücher, nicht Ehemänner).

 

Folgen: Gesundheit und Wohlbefinden in Gefahr

Viele Studien haben gezeigt: überall auf diesem Planten ist geschlechtsbezogene Gewalt ein riesiger und unterschätzter Faktor für Krankheit und Tod.

* Gewalt gegen Frauen hat schwerwiegende psychische, physische und soziale Folgen. Überlebende leiden unter Depressionen, Panikattacken, Schuldgefühlen, Scham und dem Verlust der Selbstachtung. Manchmal werden sie von ihren Partnern und ihren Familien verstossen. Schwangerschaften, gefährliche Abtreibungen, sexuell übertragbare Krankheiten, sexuelle Dysfunktion, chronische Infektionen, die zu Unfruchtbarkeit führen – all dies sind Folgen von Gewaltakten gegenüber Frauen. Sie zerstören die Gesundheit und die Lebensenergie.

* Vergewaltigung und physische Gewalt verursachen mehr Todesfälle von Frauen als andere Faktoren wie Krebs, Verkehrsunfälle, Kriege und Malaria. Jeder fünfte Krankheitstag einer Frau im Alter zwischen 15 und 45 geht auf geschlechtsbezogene Gewalt zurück.

So wird besser verständlich, wieso Cynthia Gwenzi für PYCD nicht nur Koordinatorin in Geschlechterfragen sondern auch «Wellness-Officer» ist. Es geht nicht um Saunalandschaften, sondern um Fragen des Wohlbefindens. Wellness als Überlebensfrage!

Zukunftsperspektiven für die Reduktion von Gewalt…

Das Problem der geschlechtsbasierten Gewalt ist in Zimbabwe erkannt. Die Regierung erarbeitete eine Strategie 2012-15 gegen geschlechterbasierte Gewalt. Doch umgesetzt ist noch nicht viel. Letztlich können solche Veränderungen auch nicht einfach oder alleine von den guten Programmen internationaler Organisationen erreicht werden. Es braucht besonders die vielen engagierten Frauen, zu denen auch unsere Partnerorganisationen YETT und PYCD Gender gehören. Was diese Organisationen tun, können Sie persönlich von den zwei AktivistInnen erfahren.

… und die Stärkung des Friedens

Gleiches gilt für die Stärkung des Friedens und die Transformationen von Konflikten: Die Beteiligung der Frauen an der Basis ist Voraussetzung für den Erfolg. Dafür ist die Ausgangslage nicht gut, solange es an Rechten und Möglichkeiten der Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen fehlt. Auch hier weiss man also, was zu tun ist: Frauen auf allen Ebenen zu stärken, damit alle gleichberechtigt an der Zukunft mitwirken. Tun wirs!

Sie wollen mehr wissen?

Besuchen sie einen unserer Veranstaltungen zu diesem Thema im Rahmen des Austauschbesuch 2020. Alle Veranstaltungen finden Sie hier oder auf Facebook. Vergessen Sie nicht, die Events zu teilen und fepa zu liken!

 

Afrofeminismus und Aktivismus

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African Feminism Vs. Western Feminism

It has been argued that because of the exclusion of black women’s struggles and experiences in the Western feminist discourse, African feminism has emerged to address the problems faced by women of the African continent in terms of poverty, diseases and cultural norms that have a tendency to marginalize them in ways to which Western feminists are relatively less subjected.

When one considers the distinguishing features of African feminism from Western feminism, the issue of resistance to oppression on the basis of ethnicity, class and tradition comes into play, especially for African feminism. Although both feminist movements share similar strands of challenging male dominance, African feminism can be quite difficult to define. According to Zimbabwean scholar Rudo Gaidzanwa (2013) feminism in an African context is complex. It cannot be referred to as a single term since it is not representative of the female experiences in all the countries in the continent. It should rather be referred to as African feminisms.

The women movement in the Western world began in the 19th century with the 1st wave feminism with the main concerns on education, employment, marriage laws targeting middle class white women. In the African context women movements were first documented in the 20th century with women across the continent who contributed in the liberation struggles. Throughout the struggles for independence, African women have taken part in the fight against colonialism even though they did not specifically use the term «feminists». Actually, the role of female activists in recent years cannot be understood without briefly tracing the women history during the liberation struggles.

Feminism in Zimbabwe

Feminism movements in Zimbabwe, too, can be traced back to the struggle for independence from the 1960s onwards. The movements do clearly have roots that go beyond the Western feminist discourse. Although relatively  little attention was paid to female guerrilla fighters during the Zimbabwean war of liberation, it is only in recent years that women’s participation in the struggle for independence has become more apparent. The Zimbabwean feminist movement manifested itself when women took up arms to challenge the Rhodesian colonial regime. Over the years, the bravery of powerful Zimbabwean women like Nehanda in what had been called the first Chimurenga (war of liberation in Zimbabwe) and the female guerillas in the second Chimurenga has been a major source of inspiration for local female activists to challenge the patriarchal systems that oppress them.

Feminism in Tanzania

In Tanzania, women have participated actively in the fight for independence, although their contribution is not fully documented. One of the early feminists and politicians is Bibi Titi Mohamed, who during the struggle for independence was actively using her voice to mobilize people to join the revolutionary party. Bibi Titi and several other women who followed her footsteps paved the way for female movements in Tanzania, which was observed in the more recent years, when women challenged the 1971 marriage law, which allowed boys to marry at 18 and girls at 15. Luckily, the law has been amended, and it is all courtesy of feminists and activists who stand up for women’s rights and are unafraid to confront the Tanzanian government, which is playing an influential role in the construction of gender by implementing policies that are rather disadvantageous for women (Mbilinyi, 2018).

The event on the 9th March will discuss what African feminism means to African women of today in terms of the (collective) struggles that women are leading in the second decade of the 21st century. Stay tuned!

Enttäuscht, dass es diesen Artikel nur auf Englisch gibt? Vielleicht wollen Sie dann einen der anderen Hintergrundartikel lesen, z.B. jenen über patriarchale Kultur und wie Frauen damit umgehen?

Besuchen sie einen unserer Events zu diesem Thema im Rahmen des Austauschbesuch 2020. Alle Veranstaltungen finden Sie hier oder auf Facebook. Vergessen Sie nicht, die Events zu teilen und fepa zu liken!

Frauen und patriarchale Kultur

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Frauenrechte und patriarchale Kultur

«Frauen treffen auf viele Herausforderungen. Teils resultieren diese direkt aus traditionellen Vorstellungen unserer Gemeinschaft und aus patriarchalen Strukturen. Teils werden sie durch diese Strukturen erst zugespitzt.» Dies sagt Cynthia Gwenzi, Genderbeauftragte bei der Platform for Youth Development im Osten Simbabwes.

Sind die Gesellschaften im südlichen Afrika also patriarchal geprägt? Die Antwort lautet: Ja, sowohl vorkolonial wie auch als Resultat der Kolonialgeschichte.

Unterdrückung der Frauen vorkolonial und kolonial

Der Afrikahistoriker Jeff Guy postulierte 1990, dass man «die Unterdrückung der Frauen in den vorkolonialen Gesellschaften im südlichen Afrika am besten verstehen kann, wenn man sich die Produktionssysteme dieser Zeit anschaut…diese Gesellschaften basierten auf der Aneignung der Arbeit der Frauen». Heute sind solche materialistischen Sichtweisen – obwohl nicht falsch – durch eine breitere Kulturgeschichte ergänzt worden, welche Frauen einen Platz als Handelnde zu allen Zeiten zurückgibt. Die Ikone dafür ist Nehanda Charwe Nyakasikana, die im ersten antikolonialen Kampf in Simbabwe eine mächtigen spirituelle Anführerin war.

Die Geschichte zeigt, dass die Kolonialzeit das patriarchale System massiv verstärkte. Ein Beispiel aus Simbabwe war das faktische Verbot für junge Frauen (ab 12 Jahren!) sich einer arrangierten Ehe zu entziehen. In der vorkolonialen Zeit hatten Frauen nämlich noch die Möglichkeit mit einem Liebhaber über alle Berge zu entlaufen und so zu einer Liebesheirat zu kommen, die nachträglich von den Familien regularisiert wurde. Das koloniale Ehegesetz aber schrieb fest, dass Heirat und Zusammenleben «immer» der Zustimmung des pater familias bedurfte.

Die Geschichte der kolonialen Rechtsprechung und Verwaltung und auch der christlichen Mission zeigt, dass die patriarchalen Vorstellungen der Kolonialherren und Missionare immer wieder zu einer Allianz mit besonders patriarchalen Interessen von Afrikanern führte. Zweifellos waren viele Missionsstationen ein Hort für junge Frauen, die sich aus beengenden Verhältnissen zu befreiend suchten. Allerdings kam diese Befreiung meist zum Preis der Unterordnung unter den Paternalismus der Missionsvorsteher.

Rassistische und patriarchale Auslegungen von «Traditionen»

Die simbabwische Sozialwissenschaftlerin Rekopantswe Mate schrieb kürzlich für die Zeitschrift afrika süd vom Gewohnheitsrecht als einer rassistisch und männlich voreingenommenen Version von Kultur und Tradition. Dieses Gewohnheitsrecht sei, so Mate, stabil, weil Religion, Bildungssystem und auch die Vorstellung von «Entwicklung» den Frauen auch heute eine emanzipierte Sicht auf die Geschichte erschweren.

So gehen Gewohnheitsrecht und moralische Verurteilungen oft Hand in Hand. Frauen, die sich der männlichen Kontrolle entziehen, spricht man bis heute die Ehrenhaftigkeit ab und bezeichnet sie oft als «Prostituierte». Schon der Wegzug in die Stadt untergrub die Ehrenhaftigkeit einer Frau. Frauen in der Stadt entwickelten darum neue Kodices der Ehrenhaftigkeit – wobei es wichtig bleibt, den Kontakt zur Familie auf dem Land weiter zu pflegen. Gerade dieses Beispiel zeigt gut, wie sich in der Kolonialzeit neue Formen patriarchaler Unterdrückung ebenso wie neue Formen der Geschlechteridentitäten, wie sie von Frauen gelebt werden, ergaben.

Kulturdebatte im Zeichen eines antifeministischen Backlash

Wer sich auf Kultur beruft, nutzt bis heute eine der bedeutsamsten Waffen in den Debatten rund um die Rechte der Frauen. NGOs, welche Frauenrechte vertreten, werden von vielen, nicht zuletzt der regierenden Partei, als eine Art trojanisches Pferd dargestellt, mit dem der Westen versuche, eine neoimperialistische Kontrolle über Simbabwe zu erhalten.

Feministinnen und ihre Organisationen betonen dagegen, dass Frauenrechte durchaus eine simbabwische Angelegenheit seien und betonen auch die Rolle dieser Rechte in den Kulturen Simbabwes. Sie bezeichnen zum Beispiel Kinderheiraten als «schädliche kulturelle Praktik»: nicht weil diese in den lokalen Kulturen unbedingt verwurzelt sind, sondern vielmehr weil die patriarchale Verdrehung der Kultur zu Auswüchsen führe und diese dann auch noch als «Traditionen» legitimiere.

Ein Beispiel dafür war 2006 die Einführung von Gesetzen gegen häusliche Gewalt. Letztlich setzten sich die Frauenministerin und die zivilgesellschaftlichen Organisationen durch. Die Debatte war allerdings hitzig und laut, gerade weil sich auch Oppositionspolitiker ins Lager der ablehnenden Männergilde stellten. Sie sagten, dass Frauen nicht gleich seien wie Männer und dass dieses «diabolische» Gesetz den traditionellen Status von Männern unterminiere. Dass sich der Staat in die privaten Belange von Männern einmische, verstosse gegen Kultur und Traditionen. Gehorsamkeit in der Ehe und züchtige Kleidung wurden als traditionelle Mechanismen gegen geschlechtsbasierte Gewalt propagiert.

Verpasster Aufbruch?

Dass sich solche kolonial überlagerten Argumentationsströme bis heute halten können, ist eigentlich erstaunlich. Denn in den 1970ern waren die jungen Frauen eingeladen worden, sich in neuen Rollen als Befreiungskämpferinnen im antikolonialen Krieg zu engagieren. Vielen taten das – und viele wurden enttäuscht. Wenn man diese Phase auch als eine erste Phase des Feminismus in Simbabwe bezeichnen kann, so muss man doch insgesamt von einem patriarchalen Backlash im Namen von Traditionalismus und Nationalismus sprechen.

Frauen machen Geschichte

Gibt es einen Weg aus diesem Backlash, der auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte verzichten könnte? Wie sonst verteidigt frau* sich gegen jene, die sich auf vermeintlich unerschütterliche Traditionen berufen und patriarchale Kultur als «echt afrikanisch» verteidigen? Mit welchem Bewusstsein liesse sich das Argument entkräften, dass der Einsatz für «Fairness und Gleichberechtigung … kulturfeindlich, unafrikanisch und damit subversiv» sei?

Rekonpatswe Mate verweist darauf, dass man vor allem die Veränderbarkeit der vorkolonialen Praktiken wieder ins Zentrum stellen müsse. Dass Kulturen und Traditionen Lösungen für Gemeinschaften bringen sollten und nicht darum existieren, damit es etwas gibt, was absolut und unveränderlich ist. Und sie betont, dass der Mangel an Reflektion über den Einfluss der Kolonialherrschaft schwer wiege. Darum sei ein direkter Rückgriff auf heute vermeintlich verbürgte vorkoloniale Modelle nicht sinnvoll. Insgesamt scheint Rekonpantswe Mate wenig Hoffnung zu haben, dass heute für eine solche historische Auseinandersetzung die Voraussetzungen und ein guter Raum bestehen.

Breitere Bündnisse für eine progressive Kultur

Die fepa Partnerorganisation Platform for Youth and Community Development, zu der auch Cynthia Gwenzi gehört, sieht das etwas positiver. Hoffnung könnte geben, dass die Debatte um Frauenrechte und Kultur das übliche binäre politische System in Simbabwe durchbricht. Was 2006 mit der Debatte um häusliche Gewalt begann, zeigt sich noch heute: PolitikerInnen aller Lager setzen sich öffentlich für Kampagnen gegen geschlechtsbasierte Gewalt ein. Das öffnet Möglichkeiten für zivilgesellschaftliches Engagement und Allianzen unter Frauen, in dem Diskussionen um progressive und emanzipatorische Elemente in den Traditionen möglich werden. Für Cynthia Gwenzi ist das einer der Hebel, um eine progressive Kultur zu erstreiten.

Mehr wissen?

Wer mehr über die Bedingungen für Feminismus und den Aktivismus für Frauenrechte wissen möchte, besucht uns ab morgen hier oder kommt an unserer Veranstaltung in Basel.

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Anhang: Aspekte historischer Geschlechterverhältnisse in Simbabwe, basierend auf Mate und anderen

Vorkoloniale Geschlechterverhältnisse

– Simbabwe ist ethnisch und kulturell vielfältig. Kulturelle Identitäten waren immer flüssig: gerade Frauen erwarben sich durch Heirat und Wegzug vielfältige Identitäten.

– Patriliniearität: bei den meisten ethnischen Gruppen verläuft die Gruppenzugehörigkeit, damit auch der Zugang zu Ressourcen oder die Vererbung in der Vaterlinie.

– Patriarchalisch: vorkoloniale Gesellschaften in Simbabwe waren männlich dominiert

– Frauen hatten einen niedrigeren Status. Grossfamilien verfügten über sie als Geschenke an Mächtige, als Schuldpfand oder als Ersatzfrauen. Frauen, die in privilegierte Verhältnisse geboren wurden, blieben eher geschützt.

– Die Ehe «war eine verwandtschaftliche motivierte und männlich dominierte soziale, wirtschaftliche und politische Allianz zwischen bzw. innerhalb von Verwandtschaftsgruppen». In anderen Worten: Die Ehe war nicht eine reine Liebesheirat, sondern sollte den Familien und Gemeinschaften dienen.

– Der «Brautpreis» war Ausdruck dieser wechselseitigen Beziehungen: Familien tauschten wertvolle produktive Gegenstände mit der Elternfamilie der Frau aus.

– Ehefrauen erhielten Zugang zu Land und konnten darauf ihre eigenen Einkünfte zur Ernährung der Familie erarbeiten. In der Shonakultur konnten sie die selbst erzielten Erträge auch vererben.

Christianisierung und Kolonialzeit

– Wirtschaftlich profitieren bis ca 1930 Frauen von neuen Möglichkeiten. Als die Kolonialwirtschaft dann vermehrt männliche Arbeitskräfte benötigte, stieg die Arbeitslast für Frauen stark an.

– Gleichzeitig etablierte sich ein koloniales Rechtsystem, das die Möglichkeiten der Frauen stark einschränkte. Man gab den Männern neue Möglichkeiten an die Hand, Frauen zu kontrollieren, wenn das half, die Kontrolle über die Männer zu wahren. Im Kontext eines dualen Rechtsystems verfestigte sich ein patriarchales «eingeborenes» Gewohnheitsrecht, das bis heute eine moralische Vorherrschaft beansprucht.

– Christliche Gemeinschaften boten neue Rollenmodelle und Weiblichkeiten, geprägt durch «Häuslichkeit». Sie propagierten männlich dominierte Formen der Landwirtschaft.

– Viele Aktivitäten von Frauen gingen verloren: in der vorkolonialen Zeit waren Frauen noch häufiger als Handwerkerinnen, als Heilkundige oder Hebammen, oder sie gingen auch mit Männern auf die Jagd. Viele dieser Gebiete wurde neu reguliert zum Nachteil afrikanischer Frauen.

– Der «Brautpreis» kam als eine Monetisierung der Ehe in eine pauschale Kritik. In der Praxis aber ist er bis heute die Voraussetzung für eine als respektabel angesehene Ehe.

Frauen und Wirtschaft

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Frauen und Wirtschaft

Frauen spielen in der Gesamtwirtschaft Simbabwes eine riesige Rolle und leiden gleichzeitig unter einer Reihe von Benachteiligungen. Als grobes Fazit muss man festhalten: Frauen arbeiten mehr als Männer und sind grösseren Risiken ausgesetzt.
Simbabwische Frauen sehen es als ihre Aufgabe, die Familie zu ernähren. Sie stehen frühmorgens auf, machen den Haushalt und dann gehen sie an den Arbeitsplatz.
Frauen, die ökonomisch gestärkt sind, neigen dazu, andere Menschen um sie herum zu ermächtigen, einschließlich ihrer Kinder, Familien und der gesamten Gemeinschaft.

Frauen auf dem Arbeitsmarkt

Frauen machen Karriere und sind erfolgreich. Aber die Widerstände sind oft sehr gross, wie Rosewita Katsande vom Jugendnetzwerk YETT berichtet, die den Arbeitsmarkt und Frauenkarrieren seit vielen Jahren beobachtet.

Arbeitslosigkeit und Arbeit im informellen Sektor

Viele Frauen mit Berufsausbildung sind arbeitslos, vor allem in den Städten. Eine Studie mit fast 6‘000 jungen SimbabwerInnen zeigte, dass Frauen nur eine halb so grosse Chance auf eine Anstellung im formellen Sektor haben: nur gerade 5.2% aller Frauen arbeiten unter einem richtigen Arbeitsvertrag. Umgekehrt sind deutlich mehr Frauen als Männer im informellen Sektor tätig. Allerdings sind die meisten Arbeitgeber im informellen Sektor Männer, wie eine Studie der internationalen Arbeitsorganisation ILO zeigte. In den letzten Jahren sind Frauen vermehrt in Männerdomänen aktiv, dazu gehören auch kleinste Minen oder Steinbrüche.
Zwar gibt es für den informellen Sektor auch informelle Sozialversicherungssysteme, aber viele Frauen können keine regelmässigen Beiträge leisten. Auch die Gesundheitsversicherungen sind für diese Frauen und ihre speziellen Bedürfnisse wenig zugänglich.
Viele Frauen müssen mehr als einen Job bewältigen um genügend Einkommen und eine stabile finanzielle Situation zu haben. Eine grosse Zahl der Frauen arbeitet darum mehr als 70 Stunden pro Woche. Die YETT Studie zeigte auch einen enorm hohen Anteil von Frauen, die regelmässig oder vorübergehend mit Sexarbeit einen Nebenerwerb bestreiten.


Frauen auf dem Land


Auf dem Land sind die Arbeitslosenraten unter den jungen Menschen niedriger als in der Stadt. Hier leben die Menschen immer noch von der Landwirtschaft. Obwohl Frauen eine entscheidende Rolle im Agrarsektor spielen, sind sie stark marginalisiert. Frauen in ländlichen Gebieten arbeiten gemäss aktuellen Studien 16 bis 18 Stunden am Tag. Während Männer nur rund 45 Prozent der Leistungen im Agrarsektor beitragen, ist der Prozentsatz der Frauenbeteiligung auf 55 Prozent gestiegen. Aufgrund der kulturellen Normen sind Frauen jedoch ihren Ehemännern/Partnern untergeordnet und so treffen Männer Haushaltsentscheidungen, über Grundbesitz, Finanzen und alle wertvollen Nutztiere in letzter Instanz, oft ohne vorherige Absprache mit ihren Frauen.
Die Grundlage für die ländliche Wirtschaft ist der Zugang zu Land. Dieser wird Frauen oft verwehrt. Witwen zum Beispiel gehen regelmässig leer aus bei der Verteilung des vererbten Landes ihres verstorbenen Gatten. Auch grosse Investitionsprojekte haben oft besonders negative Auswirkungen auf die Frauen, wie das Beispiel in Chisumbanje zeigt. In den Gebieten, wo die sogenannten Fast Track Land Reform durchgeführt wurden zeigt sich insgesamt auch, dass Frauen benachteiligt wurden.

Land ist eines der markantesten Bespiele, wie Frauen vom Zugang zu Produktionsmitteln ausgeschlossen werden. Das gilt auch für den Kapitalmarkt. Der finanzielle Status der Frauen in Simbabwe ist deutlich niedriger als jener der Männer. Die Erfahrungen in unserem Pilotprojektgebiet zeigen, dass Frauen praktisch keinen Zugang zu kommerziellen Krediten erhalten, vor allem weil sie in einer Welt, in der sie faktisch von Eigentums- und Erbrechten ausgeschlossen sind, keinerlei Sicherheiten einbringen können. Der in anderen Ländern vorhandene Mikrobankensektor ist in Simbabwes ländlichen Gebieten vollständig abwesend.

«Armut wird weiblicher»


Gerade im Landwirtschaftssektor finden wir viele Faktoren, die Frauen benachteiligen: die landwirtschaftliche Produktion zahlt Frauen niedrigere Löhne, die kommerzielle Landwirtschaft (und Männer) verdrängen Frauen vom Land und machen insbesondere Druck auf ProduzentInnen, der sich auf die Arbeits- und Anstellungsverhältnisse überträgt. An vielen Orten werden Frauen also in einen Arbeitsmarkt gedrängt, der ihnen ungenügende und unfaire Löhne zahlt. Das hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass bäuerliches Wirtschaften Frauen (und Kinder) in arbeitsintensiven Zeiten mobilisiert während regelmässig anfallende Tätigkeiten eher von Männern erfüllt werden. «Die Armut hat das Gesicht einer Frau», schreibt eine Simbabwerin, oder, um es in der Fachsprache zu googlen: «Feminization of Poverty»

Haushaltsarbeit und unbezahlte Arbeit


Dass Frauen sehr viel unbezahlte Arbeit im Haushalt, bei der Kindererziehung oder der Pflege von kranken oder von alten Menschen leisten, ist ein globales Phänomen, das von den Wirtschaftswissenschaften sträflich vernachlässigt wird.

Frauen, die an Orten leben, wo die Infrastruktur schlecht ist, verbringen noch viel mehr Zeit mit Arbeiten rund um die Haushalt. Eine Studie der englischen NGO Oxfam errechnete, dass Frauen aus den ärmsten Haushalten jeden Tag durchschnittlich 40 Minuten mehr mit Feuerholzsammeln und Wasserholen verbringen, als ökonomisch bessergestellte Frauen. Im Laufe eines ganze Frauenlebens macht das ein volles Jahr aus. Mädchen aus diesen Haushalten müssen sich sieben Stunden pro Woche mehr um den Haushalt kümmern. Das wirkt sich natürlich auch auf die Ausbildung aus!
Das heisst eben auch, dass Frauen früher zu arbeiten beginnen als ihre männlichen Geschwister. Schon im Kindesalter erwartet man von Mädchen, dass sie im Haushalt mitarbeiten. Mehr dazu im Kapitel Generationen.
Gerade in Ländern wie Simbabwe, wo HIV sehr weit verbreitet ist, ist zusätzlich auch noch die Zahl derjenigen reduziert, die überhaupt solche Aufgaben übernehmen können. Die Internationale Arbeitsorganisation stellte fest, dass in Simbabwe auf 4 Leute, die pflegen können fast 3 Personen kommen, die sie pflegen müssen. Die HIV-Epidemie hat viele ältere Menschen, und gerade Grossmütter, mit vielen zusätzlichen Aufgaben belastet.
Familien, die es sich leisten können, stellen in Simbabwe Haushalthilfen ein. Die Regierung hat einen Minimallohn festgehalten für diesen Sektor. Bei der letzten Anpassung im September wurde ein Lohn von rund 170 Zimbabwe Dollars festgelegt, wenn Hausangestellte gratis am Arbeitsort wohnen können. Das wären zum heutigen Kurs weniger als 10 USD. Aktuell kann sich eine Hausangestellte mit einem solch Lohn gerade noch zwei 10-Kilosäcke Mais kaufen.

Der Klimawandel macht die Sache für viele Frauen und Mädchen noch schlimmer. Nicht nur, dass er Ertrags- und Einkommensausfälle bringt und so die Armut verstärkt, was sich wiederum nachteilig auf die Chancen von Frauen auswirkt. Mit dem Klimawandel steigt auch die Arbeitslast zum Beispiel fürs Wasserschöpfen stark an. Und weil Frauen zentral sind sowohl bei der Produktion als auch der Zubereitung von Nahrung, bedeuten aufwändigere, aber zum Beispiel trockenheitsresistente Getreide unter Umständen auch mehr Arbeit. Insgesamt kann unter der Mehrfachbelastung die Versorgung der Frauen und der Familie leiden, wobei es nicht nur um Menge der Nahrung geht, sondern eben auch um ihre Qualität oder Ausgewogenheit.

Austauschbesuch 2020

Besuchen sie einen unseren Events zu diesem Thema im Rahmen des Austauschbesuch 2020. Alle Veranstaltungen finden Sie hier oder auf Facebook. Vergessen Sie nicht, die Events zu teilen und fepa zu liken!

 

 

 

Frauen und Entwicklung

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Frauen und Entwicklung

Frauen* haben gleiche Rechte wie Männer und tragen zu allen Entwicklungsprozessen bei. Darum soll die Lage von Frauen verbessert werden.
Es sind die gesellschaftlichen Verhältnisse die den Eindruck erwecken, als würden Männer wichtigere Rollen bei der Verbesserung der Welt spielen: Seit 1901 wurden 90 Männer und bloss 17 Frauen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, und am WEF waren unter den 3‘000 geladenen Gästen nur 24% Frauen).

Entwicklung braucht Geschlechtergerechtigkeit

Anderseits ist «die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern eines der grössten Hindernisse für nachhaltige Entwicklung, ökonomisches Wachstum und Armutsreduktion», wie die DEZA schreibt.
Die UNO hat darum die Geschlechtergerechtigkeit zu einem Ziel der Nachhaltigkeitsagenda gemacht (Ziel 5): «Wir erkennen, dass die Gleichheit zwischen den Geschlechtern und die Ermächtigung der Frauen und Mädchen einen entscheidenden Beitrag zum Fortschritt leistet. Die Menschheit kann ihr volles Potential nicht ausschöpfen, solange der Hälfte der Menschen ihre Menschenrechte und Möglichkeiten verwehrt bleiben.» Die Wissenschaft untermauert diese politischen Statements.

Ökonomische Entwicklung: Kein Wachstum ohne Frauen


1984 präsentierte die UNO einen ersten Bericht zur Rolle der Frauen in der Entwicklung. Damals ging es noch stark um den Beitrag der Frauen zum Wirtschaftswachstum. Der UNO entging damals schon nicht, dass viele arbeitsintensive Produktionsprozesse im Industriesektor in den globalen Süden verlagert wurden. In den speziellen Exportzonen betrug der Anteil von Frauen in Industriebetrieben oft bereits über 80%. Frauen würden von diesen Verschiebungen zwar auch profitieren, aber der Bericht verwies auf die Notwendigkeit, für Frauen im Industriesektor Verbesserungen zu erreichen. Damals war auch schon bekannt, dass Frauen in der Landwirtschaft eine riesige Rolle übernehmen und dass es darum bei der Förderung von Frauen im Umfeld der landwirtschaftlichen Produktion nicht nur um Gleichstellungsfragen ging, sondern auch um das «Wachstum». Und dann vergass der Bericht nicht eindringlich darauf hinzuweisen dass man den Frauen in der Wissenschaft und Technologie sowie in der Finanzwirtschaft mehr Gewicht geben müsse, um Entwicklung zu stärken.
Seither ist viel passiert – und doch irgendwie zu wenig. Vor allem hat man neue Problemstellungen erkannt. Im neuesten Bericht 2019 geht es zum Beispiel um die Rolle der Frauen bei der unbezahlten Arbeit. Mehr zu den wirtschaftlichen Fragen finden Sie hier.

Soziale Entwicklung


Bei fepa glauben wir aber nicht nur an die Rolle der Frauen als Wirtschaftliche Kraft. Die Gleichberechtigung der Frauen ist eine Voraussetzung für Frieden und Würde und damit auch für eine nachhaltige Entwicklung. Nur wenn Mädchen und Frauen sich in jeder Hinsicht frei und nach ihren Möglichkeiten entwickeln dürfen, prosperieren Gesellschaften vollumfänglich.
Darum setzen wir uns seit den frühen 1960er Jahren für Frauen ein – als Teil unserer Entwicklungs- und Friedensarbeit. Dass diese seit jeher stark von Frauen geprägt wurde, ist sicherlich ein Hauptgrund für die Sensibilität, welche fepa schon immer für Fragen der Frauenrechte und der Frauenförderung hatte. Mehr zu fepa und unserem Einsatz für Frauenanliegen finden Sie hier.
Weil unser Entwicklungsbegriff also weiter ist als nur ökonomische Entwicklung und Wachstum, glauben wir, dass auf einer ganzen Reihe von Gebieten Frauen nicht nur eine Rolle spielen, sondern dass wir wichtige Verbesserungen erreichen müssen, um eine wirklich werthaltige Entwicklung zu machen.

Hindernisse für die Entwicklung von (jungen) Frauen in Simbabwe

Roswita Katsande, Direktorin der simbabwischen Jugendorganisation YETT beschreibt die aktuelle Situation für Frauen in Simbabwe so:
«Frauen werden hier als für die häusliche Sphäre verantwortlich gesehen und sollen die Kinder aufziehen.

Junge Frauen im urbanen Simbabwe treffen täglich auf viele Schwierigkeiten, die einem ungleichen Machtverhältnis der Geschlechter entstammen. Sie setzen sich ein für ihre Gemeinschaften, kämpfen täglich um Land, Wasser, Arbeitsplätze und sehen sich trotzdem systematischer Diskriminierung gegenübergestellt, allein deshalb, weil sie Frauen sind.

Dies bedeutet für Frauen sexuelle und physische Gewalt, geringere Chancen, eine Schule besuchen zu dürfen, überdurchschnittliche Vulnerabilität gegenüber HIV sowie fehlender Zugang zu Besitz- und anderen Rechten.

Urbane Armut ist weit verbreitet in Simbabwe und verunmöglicht Frauen den Zugang zu Gesundheitsversorgung sowie Bildung. Mit ansteigender Arbeitslosigkeit nimmt immer auch die Gewalt gegen Frauen zu.

Der Klimawandel verstärkt unfaire Geschlechterverhältnisse. Wo viel Armut ist, verstärkt sich oft die Benachteiligung von Mädchen und Frauen. Aber auch ganz unmittelbar wirkt sich der Klimwandel aus: Wassermangel hat auf Frauen und Mädchen einen besonders starken Effekt hat, da sie das Wasser nach Hause bringen. Die Situation hat sich durch die landesweite Energiekrise verschärft, da wegen den hohen Benzinpreisen vermehrt Brennholz genutzt wird, das die Frauen ebenso suchen müssen.

Bei all dem haben Frauen zu wenig mitzubestimmen. Wo zum Beispiel in politischen Strukturen Entscheidungen gefällt werden, bleiben Frauen an den Rand gedrängt.»

Lesetipp

Über die Jahre hat sich die Diskussion von «Frauen und Entwicklung» über «Frauen in Entwicklung(sprozessen)» zu «Gender und Entwicklung» bewegt. Unter letzterem Titel existiert seit 25 Jahren eine lesenswerte Zeitschrift.

Frauen in Simbabwe

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Situation und Aktivismus von Frauen in Simbabwe

Frauen in Simbabwe sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Aber die Mitsprache von Frauen ist begrenzt und Frauen sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Mit einem Blick besonders auf junge Frauen stellen wir hier die Situation dar und zeigen, was gemacht werden kann, um eine gerechtere Entwicklung zu befördern.

Im Umfeld des internationalen Frauentages und des Weltgebetstags 2020 organisiert fepa eine Gesprächsreihe mit zwei Frauen aus Simbabwe. Sie finden unsere Veranstaltungen auch auf Facebook.

 

 

Frauen und Entwicklung

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Frauen und Gesundheit

 

Frauen und patriarchale Kultur

Afrofeminismus – Aktivismus

Frauen und Mitbestimmung

Frauen, Gewalt und Frieden

Generationen von Frauen

fepa und die Frauen

 

Frauen2020

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Situation und Aktivismus von Frauen in Simbabwe

Frauen in Simbabwe sind wichtig für eine nachhaltige Entwicklung. Aber die Mitsprache von Frauen ist begrenzt und Frauen sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Mit einem Blick besonders auf junge Frauen stellen wir hier die Situation dar und zeigen, was gemacht werden kann, um eine gerechtere Entwicklung zu befördern.

Im Umfeld des internationalen Frauentages und des Weltgebetstags 2020 organisiert fepa eine Gesprächsreihe mit zwei Frauen aus Simbabwe. Sie finden unsere Veranstaltungen auch auf Facebook.

 

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Frauenrechte und Entwicklung in Simbabwe und in der Schweiz

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Frauenrechte und Entwicklung in Simbabwe und in der Schweiz

Der Frauenstreik im vergangen Juni wurde von Frauen getragen, die sich gegen allerlei geschlechtsspezifische Formen der Diskriminierung in der Schweiz engagieren. Gleicher Lohn und gleiches Recht waren die Forderungen. Forderungen nach Gleichberechtigung gab es in den letzten Monaten auch in Simbabwe, besonders während der 16 Tage des Aktivismus gegen Gewalt an Frauen. Die globale Kampagne gegen häusliche Gewalt wurde von Frauen in Simbabwe als Instrument genutzt, um sich gegen alle Formen der Ausbeutung zu wehren, Verbesserungen für ihr Leben und Entwicklung für ihre Gesellschaften einzufordern.

Interessieren Sie sich für Frauen und Entwicklung in Afrika?

Die Podiumsdiskussion am 3. März 2020 bietet Gelegenheit zu Austausch und Diskussion. Die beiden Frauenrechts-Aktivistinnen Rosewita Katsande und Cynthia Gwenzi aus Simbabwe berichten von ihrer Arbeit: Was ist der Status der Frauen in Simbabwe und wo ist Handeln am wichtigsten, um die Situation der Frauen zu verbessern und Entwicklung zu fördern?

Die Veranstaltung bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, über Gleichberechtigungsfragen in Afrika und der Schweiz ins Gespräch zu kommen.

Dienstag 3. März 2020, 19:30 – 21:00 Uhr, Erfreuliche Universität Palace, Zwinglistrasse 3, 9000 St. Gallen